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Dating down: Karrierefrau trifft Handwerker – ein neues Phänomen der Partnerwahl

Dating down: Karrierefrau trifft Handwerker - ein neues Phänomen der Partnerwahl

In der Partnerwahl macht man sich selbst den schlimmsten Druck. Der neue Partner soll gut aussehen und vor anderen etwas hermachen, muss einen brauchbaren Beruf haben und sollte gewitzte Konversation betreiben können. Vor allem sollte er etwa gleichauf mit einem selbst sein. Doch sind das nicht auch die ganz normalen Anforderungen der Gesellschaft an einen Partner? Und wird man nicht ein wenig widerwilliger auf die Partys der Freunde und zum Familienbrunch eingeladen, wenn der neue Partner das – zumindest offiziell – eben nicht erfüllt? Als „Dating down“ wird das Phänomen bezeichnet, auf die Augenhöhe in der Partnerschaft zu verzichten und absichtlich jemanden zu wählen, der einem nicht das Wasser reichen kann. Doch ist das die Lösung eines gesellschaftlichen Problems oder ein Phänomen, das es eigentlich schon immer gegeben hat – und das vielleicht gar nicht so eine große Sache sein müsste?

Dating down – was ist das?

Dating down (oder Downdating) bedeutet, jemanden zu daten oder eine Beziehung einzugehen, obwohl klar ist, dass dieser Mensch nicht gleichauf ist mit einem selbst. Vor allem bei Frauen, die sich einen weniger gut aussehenden, weniger gebildeten Partner oder einen Mann suchen, der weniger erreicht und weniger verdient als sie, ist davon die Rede. Bei Männern ist Dating down dagegen beinahe schon alltäglich. Wer an einen modernen Adeligen, einen reichen Manager oder einen gut aussehenden Erben denkt, der sieht neben ihm sicherlich weniger eine gebildete, stilvolle, selbst genauso erfolgreiche Frau, sondern eher ein blondes Busenwunder ohne nennenswerte eigene Karriere außerhalb des Playboy. Aber das ist doch auch nicht schlecht! Wenn beide in einer Konstellation wie dieser glücklich miteinander sind, sei ihnen ihr gemeinsames Glück gegönnt.

Downdating passiert schon seit Jahrhunderten

Es hat in der Gesellschaft schon immer und überall auf der Welt verschiedene Schichten gegeben. Genauso hat es in der Welt schon immer Liebe gegeben, die dazu geführt hat, dass die Bedeutung gesellschaftlicher Schichten in den Hintergrund gerückt ist. Vor allem in adeligen, später aber auch in den bürgerlichen Schichten kam es gelegentlich vor, dass ein Paar heiratete, das gesellschaftlich nicht auf der gleichen Stufe stand. Teilweise war das auch die Strategie der gesellschaftlich schwächer gestellten Person, denn diese profitierte ebenfalls von der Verbindung der beiden Familien. Während es damals aber eher die Männer waren, die darauf bestanden, die Frau zu heiraten, die sie wirklich wollten, aus welcher Schicht auch immer sie nun stammte, sind es heute doch eher Frauen, die mit dem Phänomen Dating down konfrontiert sind und ihre Entscheidungen treffen müssen…

Warum sind Frauen die modernen „Downdater“?

Die Stellung des Mannes in der Gesellschaft galt früher als gesichert. Er hatte seine Familie, er hatte sein Erbe und er verdiente eigenes Geld. All das trug dazu bei, dass er selbst mitbestimmen konnte, wo er in der Gesellschaft stand. Heute kann das aber auch die Frau, gesetzlich sind die Geschlechter gleichgestellt. In den Köpfen hat es sich aber etabliert, dass Männer Partnerinnen wählen können, die nicht mit ihnen auf Augenhöhe sind. Dass auch Frauen bewusst diese Entscheidung treffen, ist neu – genauso, wie es für manche Mitglieder der Gesellschaft noch neu ist, dass Frauen sich ihren Partner überhaupt sehr kritisch aussuchen und nicht den Nächstbesten nehmen. Außerdem ist es beispielsweise im Online-Dating so, dass Männer mit Hauptschulabschluss und Frauen mit Abitur überrepräsentiert sind – das fanden Sozialwissenschaftler der Universität Bamberg heraus. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis diese beiden unterschiedlichen Singles aufeinander treffen. Es gibt immer mehr beruflich erfolgreiche Frauen, die ihre Möglichkeiten nutzen. Eine „Frau Doktor“ ist heute nun einmal nicht mehr die Gattin des Arztes, sondern eine Frau mit genug Biss, Bildung und Intelligenz, um selbst eine Doktorarbeit zu schreiben.

„Unten“ ist die Auswahl größer

Frauen, die die berufliche oder akademische Karriereleiter gewählt haben, sind am Ziel ihrer Träume. Und dort oben ist es ganz schön einsam. Da ist vielleicht noch der Geschäftsführer des Unternehmens, mit dem sie als Geschäftsführerin zusammenarbeitet. Aber der ist alt und uninteressant. Genauso gäbe es da noch den hübschen jungen Buchhalter, den frisch von der Uni angeworbenen Trainee oder den sexy Handwerker, der zwar nicht mit ihr über die Absatzplanung diskutieren kann, dafür aber ziemlich definierte Muskeln spielen lässt, während er die Heizung in ihrem Büro repariert. Die Auswahl wird viel größer für eine erfolgreiche Frau, wenn sie den Anspruch ablegt, jemanden zu finden, der ihr wirklich das Wasser reichen kann. Und muss man abends im Bett wirklich noch über den Tag diskutieren? Oder würde es nicht ausreichen, die sexy Muskeln des Handwerkers zu streicheln, der sich freundlicherweise noch den tropfenden Wasserhahn im Bad neben ihrem Schlafzimmer angesehen hat…?

Männer fürchten starke Frauen

Ein weiterer Grund, warum Frauen absichtlich downdaten, sind die Männer, die auf ihrer Augenhöhe sind. Oft klammern sie sich beinahe ein wenig ängstlich an die eigenen Erfolge, denn sie ertragen es schwer, dass eine Frau sie locker unterbuttern könnte. Deswegen suchen sie selbst nach Frauen, die eben keine Geschäftsführerinnen, Ärztinnen oder erfahrene Fach- und Führungskräfte sind, sondern vielleicht eher Kosmetikerin, Friseure oder Bäckerin. Diese Berufe sind toll und auch in ihnen kann eine Frau Beeindruckendes leisten, aber der Mann wird doch immer das Gefühl haben, besser gestellt zu sein als seine Frau. Und welche erfolgreiche Frau will sich mit derartigen Männerkomplexen schon herumschlagen müssen?

Ist Downdating die Lösung für moderne Frauen?

Eine moderne Frau hat studiert, eine gute Ausbildung gemacht und vielleicht einen Meistertitel erarbeitet. Sie hat eine beachtliche Karriere, sie kann sich mit den Männern dieser Zeit locker messen. Sie braucht schlichtweg keinen Mann mehr, um sich durchzuschlagen. Aber das heißt nicht, dass sie nicht gerne einen hätte. Schließlich wünschen sich auch knallharte Frauen unserer Zeit eine Beziehung, vielleicht eine eigene Familie mit Kindern – und sind nicht lesbisch, sondern wollen das mit einem Mann erfahren. Die Männer sehen das aber leider oft anders. Für sie bleibt die Frau gefälligst daheim, wenn die Kinder zur Welt kommen, mindestens für ein paar Jahre. Ein dicker Gehaltscheck der Frau ist zwar nett, aber irgendwie fühlt sich der Kerl damit unwohl, Vorteile hin oder her. Das kann bei Männern, die von vornherein nicht auf der gleichen Stufe mit der Frau stehen, anders sein. Sie wissen von Anfang an, dass sich an diesem Zustand nie etwas verändern wird, und nehmen das vielleicht sogar gerne in Kauf, da sie das auch irgendwie sexy finden. Dadurch kommt es bestenfalls gar nicht erst zu Konkurrenzkämpfen in der Beziehung, die Fronten sind geklärt. Letztlich tut eine erfolgreiche Frau damit auch nichts anderes als der Mann, der sich nach unten orientiert und jemanden wählt, der ihm niemals auch nur nahe kommen könnte, was Karriere, Bildung und Geld betrifft. Wie es emotional aussieht, steht bei solchen Beziehungen auf einem anderen Blatt. Sie können durchaus von großem Respekt füreinander, Vertrauen und Liebe geprägt sein.

Ist Dating down nicht auch schwierig?

Dating down klingt wie die Lösung für einsame, da erfolgreiche Frauen. Ist sie aber nicht immer. Denn wenn die Frau sich für ihren Assistenten, ihren Sachbearbeiter oder den Trainee entschieden hat, wird sie immer wieder daran denken müssen, wen sie noch hätte haben können. Sie hat schließlich auch Ansprüche. Vielleicht machen intelligente Männer sie an und sie hätte lieber gern jemanden gehabt, der mehr aus seiner Begabung macht. Oder sie wünscht sich jemanden, der dazu noch gut aussieht, Stil besitzt und eine gewisse Lebenserfahrung ausstrahlt. Das tut der Trainee für ihre Verhältnisse sehr wahrscheinlich nicht. Was passiert, wenn die Frau in dieser Konstellation jemanden kennen lernt, auf den all das zutrifft und in den sie sich verguckt? Und was ist mit dem eigenen Mann? Es gibt schließlich genug Frauen in seiner eigenen Liga, die an ihm interessiert sind. Und diese haben gegenüber einer erfolgreichen Frau, in deren Schatten er zeitlebens stehen wird, auch ihre Vorteile. Sie sind abends da und kochen ihm ein Abendessen. Sie hüten seine Kinder – jahrelang. Sie schauen zu ihm auf und es gibt nichts an ihnen, was das in Frage stellen könnte. In Beziehungskrisen werden solche Themen sicher früher als später aufkommen.

Dating down – ja oder nein?

Dating down ist letztlich das, was Männer schon immer gemacht haben. Bei ihnen hat es sich etabliert und niemand stellt Fragen, am allerwenigsten ihre Partnerinnen. Warum sollte eine Frau das nicht also auch können? Letztlich ist es eine Typfrage. Die Frau muss damit zurechtkommen, dass ihr Partner ihr unterlegen ist und dass sie in mancher Hinsicht die Starke in der Beziehung bleiben wird, was normalerweise aber der Mann wäre. Eine solche Beziehung geht dann gut, wenn der Mann dafür Stärken einbringt, die die Frau nicht hat. Vielleicht ist er ja ein guter Koch, ein toller Vater oder ein exzellenter Hausmann? Eine beruflich erfolgreiche Frau, die weiß, dass sie diese Bereiche nicht zu ihren Stärken zählen kann, wird ihren Partner dafür umso mehr bewundern und er bekommt doch noch die Wertschätzung, die er braucht. Wichtig ist auch, dass beide vor Freunden und mehr noch vor der Familie zu ihrer Entscheidung für genau diesen Partner stehen können. Blöde Sprüche müssen an ihnen abprallen, da sie selbst wissen, was sie an dieser Partnerschaft haben.


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